Das Zentrum
von Paris bedeckt eine Fläche von
105 qkm und ist damit klein genug,
um es an einem Tag erkunden zu
können. Die Pariser Umgehungsstraßen
Périphérique und Boulevard
circulaire folgen ungefähr den alten
Stadtmauern aus dem 19. Jahrhundert.
Der älteste Stadtteil ist die
Ile-de-la-Cité, eine Insel in einer
Flussbiegung der Seine. Die Insel
wird von der wundervollen Kathedrale
von Notre Dame überragt. In einer
Ausstellung in der Crypte
Archéologique wird die frühe
Stadtgeschichte eindrucksvoll
dokumentiert. Das Quartier Latin
(Boulevards St. Michel und St.
Germain) ist Sitz der Sorbonne und
heute noch Mittelpunkt studentischen
Lebens. Einige der schönsten
mittelalterlichen Wandteppiche
Europas kann man im Musée de Cluny
bewundern. Das Musée d'Orsay, ein
restauriertes Bahnhofsgebäude am
westlichen Ende des Boulevards St.
Germain, hat eine ausgezeichnete
Sammlung von Gemälden aus dem 19.
und 20. Jahrhundert. Am linken
Seineufer liegen auch der Panthéon,
die Basilika St. Severin, der Palais
und der Jardin du Luxembourg, das
Hôtel des Invalides mit dem Grabmal
Napoleons, das Musée Rodin und die
älteste Kirche von Paris aus dem 11.
Jahrhundert St. Germain-des-Prés.
Am rechten Flussufer, westlich des
Quai d'Orsay hinter dem Eiffelturm,
trifft man auf eine ganze Reihe von
Museen und Kunstgalerien. Diese
Gegend wird Trocadero genannt und
ist ein beliebter Treffpunkt. Etwas
weiter nördlich liegt die Place
Charles de Gaulle, den die Pariser
Etoile nennen und auf dem der Arc de
Triomphe an eine triumphreiche Zeit
erinnert. Hier beginnt auch die
vornehmste Einkaufs- und
Flanierstraße der Stadt, die
Champs-Elysées (»Elysische Felder«).
Am anderen Ende der Straße befinden
sich der Place de la Concorde, der
Jardin des Tuileries und schließlich
der ehemalige Palast, der Louvre,
heute eines der größten Museen
weltweit. Die Pyramide vor dem
Louvre mit 666 Glasscheiben war
schon vor ihrer Fertigstellung fast
genauso bekannt wie die Kunstgalerie
selbst. Nördlich des Louvre befinden
sich der Palais Royal, die Kirche
Madeleine und die Opéra Garnier. Im
Osten liegen Les Halles, ein
Einkaufs- und Geschäftszentrum, das
auf dem Gelände des alten
Großmarktes errichtet wurde. In den
engen Gassen rund um Les Halles gibt
es viele Restaurants, die alle nur
erdenklichen kulinarischen Genüsse
anbieten. Weiter östlich, hinter dem
Boulevard Sébastopol liegt das
moderne Centre Pompidou (auch
Beaubourg genannt), in dem
zeitgenössische Kunst ausgestellt
wird. Nicht selten sind auch die
Bürgersteige vor dem Gebäude mit in
das bunte Schauspiel einbezogen,
denn hier versammeln sich oft
Straßenkünstler. Weiter östlich, im
Marais-Viertel liegt das
Carnavalet-Museum, das in einem
wunderschönen Haus aus dem 16.
Jahrhundert untergebracht ist. Das
Picasso-Museum befindet sich in
einem prächtigen Gebäude aus dem 18.
Jahrhundert.
Eines der bekanntesten Stadtviertel,
Montmartre, liegt auf einem Hügel
und überblickt das rechte Seineufer.
Unterhalb von Sacré-Coeur erklimmt
eine Zahnradbahn den steil
ansteigenden Hügel. Das frühere
Armenviertel wurde etwa um 1890 für
den Tourismus entdeckt und kam zu
neuem Wohlstand. Seitdem reißt der
Besucherstrom nicht ab.
Eine alte Legende Montmartres rankt
sich um Sankt Denis. Nach seinem
Märtyrertod, so wird erzählt, soll
er kopflos den Hügel
hinuntergelaufen sein und an der
Stelle, wo er zu Boden sank, wurde
St. Denis gebaut, die erste gotische
Kathedrale der Welt.
La Villette, die Stadt der
Wissenschaft und Technik, ist einer
der neuesten Anziehungspunkte. Mit
Hilfe modernster
Ausstellungstechniken werden die
Geschichte menschlicher
Erfindungskraft aufgezeichnet und
Zukunftsszenarios entworfen.
Sammelkarten sind erhältlich. La
Villette liegt nördlich von
Belleville, einem Arbeiterbezirk, in
dem Edith Piaf und Maurice Chevalier
geboren wurden.
Das unvergleichliche Pariser Flair
kann man in den unzähligen
Straßencafés genießen von denen aus
man dem bunten Treiben der Passanten
zuschauen kann. Nippsachen oder
Brocante sind auf einigen
Flohmärkten (Marché aux puces) am
Stadtrand zu erstehen. Es gibt
mehrere Antiquitätenzentren (Louvre
des Antiquaires, Village Suisse),
die antike Möbel und andere Artikel
zum Verkauf anbieten. Die großen
Kaufhäuser sind das Printemps und
die Galeries Lafayette nahe der
Oper, der Bazaar Hôtel de Ville und
Samaritaine am rechten Seineufer
sowie Bon Marché am linken Ufer.
Die Schlösser von Rambouillet und
Fontainebleau am Stadtrand von Paris
sind eingebettet in die Reste des
großen Waldgebietes der
Ile-de-France (der Gegend um Paris).
Ein Besuch des Schlosses Versailles
ist äußerst interessant. Es diente
dem »Sonnenkönig« Ludwig XIV. am
Ende des 17. Jahrhunderts als
Residenz. Die imposante Gartenanlage
gilt als Paradebeispiel barocker
Gartenkunst. Das Schlafzimmer des
Königs ist Mittelpunkt des Gebäudes,
auch die Gartenanlage ist auf diesen
Raum ausgerichtet. Besonders
sehenswert ist der berühmte
Spiegelsaal.
Mit dem "Paris Museum Pass" erhält
man freien Eintritt in etwa 60
städtische Museen und Landesmuseen
hat. Es ist zu beachten, dass die
meisten Museen an öffentlichen
Feiertagen und an einem Werktag,
meistens montags oder dienstags,
geschlossen sind. Sonntags kostet
der Eintritt die Hälfte, Personen
unter 25 oder über 65 Jahren
erhalten Ermäßigungen.
Das Freizeitgelände Disneyland Paris
befindet sich in Marne-la-Vallée, 32
km östlich von Paris. Die
Gesamtfläche des Freizeitparks
beträgt 1943 ha, ein Fünftel der
Fläche von Paris. Neben der
Hauptattraktion, dem Themenpark
Disneyland Paris befinden sich hier
auch Hotels, Restaurants, ein
Campingplatz, zahlreiche Geschäfte
und ein Golfplatz. Das Gelände ist
leicht per Auto, Zug oder Flugzeug
zu erreichen (Euro Disney liegt
zwischen den beiden Hauptflughäfen
von Paris, Roissy-Charles de Gaulle
und Orly).
Bretagne
Die Bretagne besteht
aus den Departements
Côtes d'Armor,
Finistère,
Ille-et-Villaine und
Morbihan. Seit
langer Zeit schon
ist die Fischerei
der wichtigste
Industriezweig der
Bretagne. Am
Finistère (Finis
Terra oder Landende)
kommt es vor, dass
die Gischt bei hohem
Seegang 30 m in die
Luft spritzt. Die
Küstenlandschaft ist
an der Pointe du Raz
und bei
Perros-Guirec
besonders
eindrucksvoll.
Die Gallier kamen
etwa im Jahre 600 v.
Chr. auf die
Halbinsel. Über ihre
Lebensweise ist nur
wenig bekannt und
die unzähligen
Kromlechs, Altäre,
Menhire und Dolmen,
die sie überall in
der Bretagne
errichteten, sind
noch heute
geheimnisumwittert.
Carnac ist die
beeindruckendste
dieser Stätten.
Während der
Herrschaft Julius
Cäsars wurden die
Gallier von den
Römern vertrieben,
die wiederum den
Kelten weichen
mussten, die 460 n.
Chr. aus Britannien
einwanderten. Die
Kelten nannten ihr
neues Land
Brittanica Minor und
teilten es in die
Küstenregion l'Ar
Mor (das Land am
Meer) und das innere
Hochland l'Ar Coat
(das Land der
Wälder) auf. Noch
heute werden diese
Gegenden l'Armor und
l'Argoat genannt.
Die Kelten waren
hervorragende
Bildhauer; die
zahlreichen noch
erhaltenen Calvaires,
kunstvoll gemeißelte
Steinkreuze, sind
Zeugnisse dieser
Kunstfertigkeit.
Die Smaragdküste um
Dinard in der
nördlichen Bretagne
hat viele schöne
Badestrände zu
bieten. Die Badeorte
sind oft nach wenig
bekannten Heiligen
benannt: St. Egonat,
St. Laumore, St.
Brill, St. Acut und
St. Cast sind nur
einige Beispiele.
Val André, Etables
und St. Quay sind
die schönsten der
zahlreichen
Badestrände, die in
der Bucht von St.
Brieuc liegen. Der
besondere Reiz der
Bretagne liegt in
ihrer wilden
Schönheit und dem
Charme der
bretonischen Kultur.
Die traditionellen
Prozessionen und
Feste der Patrons,
die in vielen
Ortschaften
stattfinden,
scheinen sich seit
den Zeiten der
Kelten wenig
verändert zu haben.
In der Gegend um
Plouha wird noch
viel Bretonisch
gesprochen, eine
Sprache, die auf
keltische Dialekte
zurückgeht.
Die felsige
Steilküste jenseits
von Paimpol birgt
für die Schifffahrt
viele Gefahren. Die
vielen Leuchttürme
bezeugen dies. Die
schönen Dörfer und
Strände von
Perros-Guirec,
Trégastel und
Trébeurden stehen in
reizvollem Kontrast
zu der harschen,
zerklüfteten
Küstenlandschaft. An
der Spitze der
Halbinsel bei Aber
Vrac'h und Aber
Benoit brechen die
Wellen des Atlantik
in tiefen
Felsspalten.
Die Hafenstadt Brest
hat einen der besten
Naturhäfen Europas
und eine sehenswerte
Burg (13.
Jahrhundert). Eine
Bootsfahrt auf dem
Kanal, der von Brest
nach Nantes führt,
lohnt sich. Er ist
jedoch nicht auf der
gesamten Strecke
schiffbar. Das
Hinterland besteht
aus bewaldeten
Hügeln und
Bauernhöfen
(Buttes), kleinen
Flüssen und engen
Tälern. Viele dieser
so genannten Berge
sind lediglich
sanfte niedrige
Hügel. Sie sind die
Überreste der
ältesten Bergkette
der Welt.
Saint-Malo an der
Nordküste ist eine
beeindruckende
mittelalterliche
Stadt. Obwohl der
warme Golfstrom das
Klima ganzjährig
begünstigt, dauert
die Urlaubssaison
nur von Juni bis
September. Rennes,
die alte
Provinzhauptstadt
der Bretagne, ist
ein guter
Ausgangspunkt für
Exkursionen in das
Hochland. Die
Sehenswürdigkeiten
von Rennes sind der
Palais de Justice,
die Burg, das Museum
der Schönen Künste
und das Musée de
Bretagne, das sich
um die Bewahrung der
bretonischen Kultur
bemüht.
Die Qualität der
örtlich geernteten
Zutaten gibt der
einfachen
bretonischen Küche
einen natürlichen
Geschmack. Austern,
Hummer und andere
Meeresfrüchte, Lamm
und Rebhuhn sind
besonders zu
empfehlen. Die
Salzwiesen der
südlichen Bretagne
geben Wildbret,
Rind- und
Schweinefleisch
einen
unverwechselbaren
Geschmack. Crêpes
sind die regionale
Spezialität. Man
unterscheidet die
süßen Suzette, die
man mit Zucker,
Honig, Marmelade
oder Fruchtgelee als
Dessert isst, und
die Sarrazin aus
Buchweizenmehl, die
mit Eiern und/oder
Käse und Speck
serviert werden.
Crêpes sind leicht
und bekömmlich und
schmecken besonders
gut mit einem Glas
Cidre. Die Bretagne
ist für gute Butter,
die leicht gesalzen
ist, bekannt. Käse
wird kaum
hergestellt. Zum
Essen trinkt man
Cidre oder Wein. Der
beliebte
Muscadet-Wein wird
im Loire-Delta, dem
äußersten Süden der
Bretagne gekeltert.
Muscadet ist ein
trockener,
fruchtiger Weißwein,
der gut zu
Meeresfrüchten und
besonders gut zu
Austern passt.
Normandie
Die Normandie
besteht aus fünf
Departements:
Seine-Maritime,
Calvados, Manche,
Eure und Orne. Die
beiden letzten haben
im Unterschied zu
den übrigen drei
Departements keinen
Küstenstreifen. Auf
der südlichen Grenze
verläuft der Fluss
Couesnon, der durch
eine Tiefebene
fließt und dessen
Flussbett sich über
die Jahre verlagert
hat. Es bewegt sich
langsam vom
Mont-Saint-Michel
weg, einem der
bekanntesten und
kuriosesten Bauwerke
Europas. Der
Mont-Saint-Michel
und seine Bucht
stehen auf der Liste
der
erhaltungswürdigen
Naturdenkmäler und
Kulturgüter der
UNESCO. Die
Gezeitenschwankungen
sind hier
außerordentlich
stark. Der
Wasserstandsunterschied
zwischen Ebbe und
Flut kann bis zu 15
m betragen.
Das heutige Kloster
von Saint-Michel
ließ Bischof Aubert
im 8. Jahrhundert
erbauen. Um seine
Entstehung rankt
sich eine Legende
nach der der
Erzengel Michael an
dieser Stelle
erschienen sein und
den Bau einer Abtei
bestimmt haben soll.
Der angebliche
Umriss seines
Fußabdrucks ist noch
heute zu sehen.
Cabourg ist das
Balbec der Romane
Marcel Prousts. Auch
in den Werken
Maupassants und
Flauberts spielt die
Handlung
größtenteils in der
Normandie. Die
Impressionisten
Monet, Sisley und
Pissaro verewigten
ihre Küstenszenerie.
Deauville ist einer
der
traditionsreichsten
Badeorte. Die Stadt
bietet einen schönen
Strand, einen
Golfplatz und eine
Rennbahn. Bayeux ist
unter anderem wegen
seines weltberühmten
Wandteppichs einen
Besuch wert. Die
Museen in
Arromanches und
Bayeux erinnern an
die Landung der
alliierten Truppen
und die Schlachten
des 2. Weltkrieges.
In Caen gibt es ein
Friedensmuseum. Caen
hat eine schöne
romanische Kirche
und eindrucksvolle
Ruinen einer
ausgedehnten
Burganlage, die
Wilhelm der Eroberer
errichten ließ.
Andere sehenswerte
Baudenkmäler sind
die Kirche St.
Etienne aus dem 14.
Jahrhundert, die
Renaissance-Kirche
St. Pierre und die
zwei Abteien Abbaye
aux Hommes und
Abbaye aux Dames. Im
Kunstgewerbemuseum
sind
Kunstgewerbeartikel
von der
gallo-römischen Zeit
bis zur Gegenwart
ausgestellt.
Die Hafenstadt
Dieppe mit ihren
vielen engen Gassen
hat eine bezaubernde
Atmosphäre. In der
Burg aus dem 15.
Jahrhundert ist das
Musée de Dieppe
untergebracht.
Es gibt einige
wunderschöne
Schlösser in der
Normandie, vor allem
auf der Strecke
Paris - Rouen. Bizy
bei Vernon, Gaillon,
Gillard in Les
Andelys, Vascoeuil
und Martinville sind
nur einige der
klangvollsten Namen.
Auf dieser Strecke
kann man auch eine
Reihe anderer
Bauwerke
besichtigen, die
unter Denkmalschutz
stehen: Haus und
Garten Claude Monets
in Giverny, die
Abbaye de Mortemer (Lisors)
und das Dorf
Lyons-la-Fôret. Es
lohnt sich, einen
Umweg zu machen, um
diese Monuments
historiques zu
sehen.
Die alte
Provinzhauptstadt
Rouen hat viele
schön restaurierte
Häuser und Plätze.
Das Vieille Maison
(1466) und der Place
du Vieux-Marché, auf
dem 1432 Jeanne
d'Arc verbrannt
wurde, sind die
bekanntesten. Gute
Museen und schöne
Kirchen wie St. Ouen
und St. Maclou
machen Rouen zu
einem attraktiven
Reiseziel.
In der Normandie
wird die vielleicht
beste Butter der
Welt hergestellt,
außerdem Sahne und
ausgezeichnete
Käsesorten wie der
weltbekannte
Camembert, Pont
l'Evêque und Livarot.
Meeresfrüchte gibt
es in Hülle und
Fülle, Sole Normande
ist eine der größten
Delikatessen der
Welt. Es gibt Hummer
aus Barfleur,
Garnelen aus
Cherbourg und
Austern aus
Dives-sur-Mur. Das
Hinterland bietet
weitere kulinarische
Köstlichkeiten:
Enten aus Rouen,
Lamm von den
Salzwiesen in der
Nähe des
Mont-Saint-Michel,
Sahne aus Isigny,
Hühner- und
Kalbfleisch aus dem
Cotentin, Cidre und
Calvados
(Apfelbranntwein)
aus dem Pays d'Auge.
Nord, Pas-de-Calais
und Picardie
Nordfrankreich
unterteilt sich in
die Departements
Nord, Pas-de-Calais
(franz. Flandern)
und Somme, Oise und
Aisne (Picardie).
Amiens, die
Landeshauptstadt der
Picardie, hat eine
schöne Kathedrale
aus dem 13.
Jahrhundert, die
größte Kathedrale
Frankreichs. Das
Chorgestühl ist von
besonderer
Schönheit.
Beauvais ist für die
gotische Kathedrale
von St. Pierre
berühmt (eine
karolingische Kirche
aus dem 9.
Jahrhundert ist in
den Gebäudekomplex
mit einbezogen);
wäre sie jemals
fertig gestellt
worden, wäre sie die
größte gotische
Kirche der Welt.
Ihre Buntglasfenster
aus dem 13.
Jahrhundert sind
eindrucksvoll.
Compiège hat ein
berühmtes Schloss,
das der
französischen
Aristokratie ab dem
14. Jahrhundert als
Landsitz diente. Die
Stadt hat auch ein
schönes Rathaus.
Im Schloss von
Chantilly befindet
sich das Musée Condé.
Elegante
Barockgärten laden
zum Spazierengehen
ein und ein
Pferdestall aus dem
17. Jahrhundert kann
besichtigt werden.
Arras am Fluss
Scarpe hat sich sein
mittelalterliches
Stadtbild weitgehend
bewahrt. Viele der
Häuser stammen aus
dem 13. und 14.
Jahrhundert. Die
Abtei von St. Vaast
ist eine der
Sehenswürdigkeiten
der Stadt. Hesdin
und Montreuil mit
seinen Stadtmauern
und seiner Zitadelle
sind schöne alte
Städte.
Boulogne betritt man
am besten über die
Unterstadt, in der
sich Schutzwällen
aus dem 13.
Jahrhundert
befinden. Von hier
eröffnet sich der
Blick auf die
Oberstadt. Die Burg
neben der Basilika
ist beeindruckend.
Le Touquet ist ein
reizvoller Badeort
mit einem 10 km
langen Sandstrand.
Die Hafenstadt
Calais war im
Mittelalter von
großer strategischer
Bedeutung und ist
heute für die
Herstellung von
Spitzen und Tüll
bekannt. Das nahe
gelegene Dorf
Sangatte hat jüngst
als französischer
Endpunkt des
Kanaltunnels
Berühmtheit erlangt.
Bier findet hier
auch in der Küche
Verwendung,
besonders in Suppen
und Ragouts.
Wildkaninchen kocht
man mit Backpflaumen
und Trauben. Der
Hochepot ist ein
flämischer Eintopf,
der alle Zutaten
enthält, die man
sich nur denken
kann. Fischgerichte
stehen häufig auf
der Speisekarte,
Matelotes aus Seeaal
oder Caudiere
(Fischsuppe).
Beliebt sind die
Coques
(Herzmuscheln) die
scherzhaft als
»Austern des armen
Mannes« bezeichnet
werden. Der
Marolles-Käse der
Picardie wird aus
Vollmilch gemacht,
gesalzen und passt
hervorragend zu
Bier.
Trotz des winzigen
Küstenstreifens gibt
es in Flandern viele
Heringsgerichte -
Croquelts oder
Bouffis sind leicht
gesalzen und
geräuchert. Harengs
Salés und Harengs
Fumés, die von den
Einheimischen
Gendarmes genannt
werden, sind sehr
beliebt.
Champagne und
Ardennen
Die Champagne mit
ihren kalkhaltigen
Böden und ihrer
sanften
Hügellandschaft
hätte wohl nie
Berühmtheit erlangt,
wäre da nicht der
Zufall zu Hilfe
gekommen. Gegen Ende
des 17. Jahrhunderts
entdeckte ein
blinder Mönch, der
sich in den
Weinkellern der
Abtei in Hautviliers
um den mittelmäßigen
Wein kümmerte, dass
sich Kork wunderbar
dazu eignete, die
Weinflaschen zu
verschließen. Die
Reifung des Weines
wurde dadurch
begünstigt, dass nun
keine Luft mehr an
das Gebräu dringen
konnte. Das
Kohlendioxid konnte
aber auch nicht mehr
entweichen. Als er
den Korken nach der
ersten Gärung
herauszog, knallte
und schäumte es.
»Ich trinke die
Sterne«, soll der
Mönch gemurmelt
haben als er den
ersten Schluck
Champagner trank.
Der Nordosten
besteht aus den
Departements
Ardennes, Marne,
Aube und Haute-Marne.
Die Ardennen wurden
einstmals »Waldland«
genannt. In den
längst
verschwundenen
Wäldern jagte einst
Karl der Große
Rotwild,
Wildschweine, Fasane
und Rebhühner. Die
Gegend hat drei
Hauptwasserwege: die
Seine, die Marne und
die Aube.
Das Marnetal
zwischen
Ferté-sous-Jouarre
und Epernay ist
eines der
hübschesten Täler
Frankreichs.
Weingärten und
Obstbäume bedecken
die Hänge und
Getreide- und
Sonnenblumenfelder
wiegen sich in den
Tälern. Im Jahre 496
wurde Chlodwig, der
erste König
Frankreichs, in der
Kathedrale zu Reims
getauft. Für die
nachfolgenden Könige
von Ludwig VII. bis
Karl X. war es eine
Selbstverständlichkeit
und eine Ehre, sich
dort krönen zu
lassen, wo die
Geschichte
Frankreichs begann.
Im Lauf der
Jahrhunderte wurden
Reims und seine
Kathedrale mehrmals
zerstört und wieder
aufgebaut. Die im
romanischen und
gotischen Stil
erbaute Kirche St.
Rémi ist sogar noch
älter als die
Kathedrale. Unter
der Stadt wird
Champagner gelagert.
Epernay ist die
eigentliche
Hauptstadt des
Champagners. Hier in
den unterirdischen
Kalksteinhöhlen, die
sich über insgesamt
115 km hinziehen,
lagert der Wein
mindestens drei
Jahre lang. Die
Champagnerherstellung
ist eine
langwierige,
komplizierte
Angelegenheit; eine
der wichtigsten
Aufgaben ist die
Mischung der besten
Jahrgänge. Neben dem
weltbekannten
Champagner gibt es
den ausgezeichneten
Blanc de Blanc
Champagne Nature,
einen
nichtschäumenden
Weißwein mit
leichtem Biss und
vielen Eigenschaften
des Champagners.
Die klaren Formen
des Turms (12. Jh.)
der im gotischen
Stil erbauten
Kathedrale St.
Etienne in
Châlons-sur-Marne
haben sich gut
erhalten. In der
Nähe liegt die
Kleinstadt St.
Ménéhould. Durch
eine Episode aus der
Zeit der
französischen
Revolution ging sie
in die Geschichte
ein: 1791 floh König
Ludwig XVI. mit
seiner Familie aus
Paris, er wurde
allerdings vom
Postmeister des
Ortes erkannt und
verraten.
Die Bauwerke und
Herrenhäuser aus dem
15. und 16.
Jahrhundert und
seine Kirchen machen
einen Besuch in
Langres lohnenswert.
Troyes, die alte
Provinzhauptstadt
der Region, hat ein
gut erhaltenes
Stadtzentrum mit
einer gotischen
Kathedrale,
unzähligen Kirchen
und Häusern aus dem
15. Jahrhundert und
ein Straßennetz, das
wie ein
Champagnerkorken
geformt ist. Im
alten Bischofspalast
ist das Musée d'Art
Moderne
untergebracht, eine
Privatsammlung
moderner Gemälde.
Hier sind u. a.
Werke von Bonnard,
Degas und Gauguin
ausgestellt. Im
Champagne-Ardennen-Gebiet
gibt es zahlreiche
schöne Seen, der
größte ist der Lac
du Der-Chantcoq. Der
Fôret d'Orient ist
ein bekanntes
Vogelschutzgebiet.
In Châlons-sur-Marne
serviert man in
Champagner gegartes
Huhn. Champagner
macht sich auch gut
in den Soßen der
örtlichen
Forellengerichte.
Nieren und Hecht
werden ebenfalls in
diesem exklusiven
Getränk geschmort.
Grüne Täler, alte
Gemäuer heißt eine
viertägige
Autorundreise durch
die französischen
Ardennen. Die 300
Kilometer lange
Strecke beginnt in
Sedan, der Stadt mit
der größten
mittelalterlichen
Burganlage Europas,
führt über
Charleville-Mézières,
Puppenspieler-Treffpunkt
und Geburtsort des
Dichters Rimbaud,
durch die Thiérache
mit ihren
Wehrkirchen bis nach
Rethel. Das
Ardennenmassiv, in
dessen Tälern Maas
und Semoy fließen,
bietet immer wieder
neue Aussichtspunkte.
Lothringen, Vogesen
und Elsass
Diese Region
besteht aus den zwei historischen
Provinzen Alsace (Elsass) und
Lorraine (Lothringen), die in sechs
Departements aufgeteilt sind: Vosges,
Meurthe-et-Moselle, Meuse, Moselle,
Bas-Rhin und das Belfort-Gebiet. In
den vergangenen Jahrhunderten
wechselten Elsass und Lothringen im
Zuge der wiederholten militärischen
Auseinandersetzungen zwischen
Deutschland und Frankreich mehrmals
ihre Landeszugehörigkeit. Die großen
Städte der Region sind Strasbourg
(Straßburg), Metz, Nancy und Colmar.
Straßburg, bei weitem die größte und
wichtigste Stadt, war über
Jahrhunderte hinweg genau das, was
ihr Name besagt: eine Stadt an einer
Straße, in diesem Fall an der
Ost-West-Handelsstraße bzw. der
Nord-Süd-Schifffahrtsroute. Heute
ist die Stadt Sitz des
Europaparlaments. Straßburg hat eine
Vielzahl historischer Bauwerke und
eine wundervolle Kathedrale, das
bekannte Münster.
Die gallo-römische Stadt Metz war
ein wichtiger Handelsknotenpunkt,
bevorzugt durch ihre günstige
strategische Lage, die eine
Verteidigung leicht machte.
Bemerkenswert sind die noch
erhaltenen Reste mittelalterlicher
Wälle, schöne Gewölbe und einige
imposante öffentliche Gebäude; der
Stolz der Stadt ist jedoch die
Kathedrale St. Etienne.
Nancys Schmuckstück ist der herrlich
angelegte Stanislas-Platz, der von
eleganten, schmiedeeisernen Zäunen
umgeben ist. Im ausgezeichneten
Stadtmuseum kann man die Geschichte
Lothringens verfolgen.
Bei einem Besuch Colmars fühlt man
sich in das Mittelalter
zurückversetzt. Colmar ist eine der
schönsten Städte des Elsass und
Zentrum der elsässischen Weinregion.
Rechts und links der engen,
verwinkelten Straßen mit
Kopfsteinpflaster stehen sorgfältig
restaurierte Fachwerkhäuser. Das
frühere Dominikanerinnenkloster von
Unterlinden aus dem 13. Jahrhundert
ist heute ein Museum und beherbergt
einige wichtige Kunstwerke des 15.
und 16. Jahrhunderts.
Rhein- und Kanal-Rundfahrten werden
im Sommer mehrmals täglich
angeboten. Bei gutem Wetter kann man
Besichtigungsflüge mit Hubschraubern
oder Heißluftballons unternehmen.
Nostalgische Dampfloks machen
regelmäßig Rundfahrten, unter
anderem nach Rosheim/Ottrot (an der
Weinstraße). Die Strecke zwischen
Cernay und Soultz führt am Canal
d'Alsace entlang. In Wimmenau wird
Glas- und Holzmalerei betrieben. Die
Werkstätten und Läden der Töpfereien
in Betschdorf und Soufflenheim sind
für den Publikumsverkehr geöffnet.
Die französische Weinstraße verläuft
zwischen dem Rhein und den
waldreichen Ausläufern der Vogesen.
Die friedliche Landschaft der weiten
Ebene ist voller Weingüter und
Obstgärten. Der Weinbau im Elsass
hat eine lange Geschichte. Wein
wurde bereits vor der Zeit der
römischen Besatzung angebaut. Die
Herkunft der Reben ist ungeklärt, im
Gegensatz zu anderen französischen
Weinsorten ist die Rebsorte selbst
hier wichtiger und bestimmender für
den Geschmack des Weines als die
Beschaffenheit des Bodens oder
Kelterei und Lagerung. Aus dem
Elsass kommen fast ausschließlich
Weißweine mit fruchtigem und
trockenem Geschmack, der
ausgezeichnet zur regionalen Küche
passt. Gutes Bier wird sowohl in
Lothringen als auch im Elsass
gebraut. Contrexville und der Kurort
Vittel sind bekannt für ihre
Mineralwasserquellen, die schon von
den Römern hoch geschätzt wurden.
Eine der Spezialitäten des Elsass
ist die Truite bleu, Forelle blau.
Die herzhafte elsässische Küche ist
eine Ausnahmeerscheinung innerhalb
der französischen Gastronomie. Es
wird mit Vorliebe scharf gewürzt.
Der Münster ist ein würziger Käse,
der auch mit Kümmel gegessen wird.
Die leckeren lothringischen und
elsässischen Kuchen werden mit
saftigen einheimischen Früchten
gemacht: Mirabellen, Kirschen,
Birnen usw. Aus diesen Früchten
werden auch die weltbekannten
Eaux-de-Vie hergestellt,
hochprozentige, klare Liköre, die
man nach einer gehaltvollen Mahlzeit
zur besseren Verdauung trinkt.
Lothringen ist für die Quiche
Lorraine berühmt, die hier in ihrer
ursprünglichen Art mit Sahne, Eiern
und Speck zubereitet wird. Nancys
Spezialität ist eine Blutwurst, die
sich Boudin nennt.
Burgund und
Franche-Comté
Burgund beginnt
nahe der kleinen
mittelalterlichen
Stadt Auxerre mit
ihrer schönen
gotischen Kathedrale
und erstreckt sich
in südlicher
Richtung bis zu den
Hügeln von
Beaujolais, etwas
nördlich von Lyon.
Es gliedert sich in
die Departements
Yonne, Côte d'Or,
Nièvre und
Saône-et-Loire.
Das mächtige
Königreich Burgund
bestand 600 Jahre
lang und erreichte
den Höhepunkt seiner
Macht im 15.
Jahrhundert. Dank
des Geschicks, der
Sorgfalt und des
guten Geschmacks der
hier ansässigen
Mönche überstanden
die Weinberge die
stürmische
Geschichte des
Landes unbeschadet.
Einige Mönchsorden
besaßen ausgedehnte
Weinberge, unter
ihnen die Malteser-,
Karmeliter- und
Karthäuserorden und
vor allem die
Benediktiner und
Zisterzienser. Es
verwundert nicht,
dass Burgund mit
Klöstern, Abteien
und romanischen
Kirchen übersät ist.
Als hervorragende
Beispiele seien hier
nur Fontenay,
Vézelay, Tournus und
Cluny genannt. Dijon
war während der
Blütezeit Burgunds
im 15. Jahrhundert
ein wichtiges
Zentrum des
politischen und
religiösen Lebens.
Die vielen guten
Museen,
Kunstgalerien und
das Palais de Ducs,
der frühere Sitz des
Herzoges von
Burgund, sind
sehenswert. Auf
einem Stadtbummel
können die
sorgfältig
restaurierten
Patrizierhäuser aus
dem 15.-18.
Jahrhundert
besichtigt werden;
ebenso die
eindrucksvolle
Kathedrale (13.
Jh.).
Die Städte Sens und
Mâcon besitzen
schöne Kirchen aus
dem 12. Jahrhundert.
Die Region
Franche-Comté
besteht aus den
Departements Doubs,
Jura und Haute-Saône.
Belfort überragt die
Belfort-Schlucht,
das Tor nach
Burgund, zwischen
den Vogesen und dem
Juragebirge. Seine
Lage an den
Verkehrswegen nach
Deutschland und der
Schweiz machte es im
Deutsch-Französischen
Krieg von 1870/71
berühmt als es einer
108 Tage währenden
Belagerung
widerstand. Der
riesige, steinerne
Löwe von Belfort
erinnert an dieses
Ereignis. Er wurde
von Bertholdi
geschaffen, dem
Erbauer der New
Yorker
Freiheitsstatue. Der
französische Jura,
der von 245 m bis
auf eine Höhe von
1785 m ansteigt,
zieht sich in
nord-südlicher
Richtung an der
Schweizer Grenze
entlang. Im Westen
liegen das bewaldete
Jura-Plateau,
Weinberge und
schließlich die
fruchtbare Ebene des
nördlichen Bresse,
Finage genannt. In
dem Mittelgebirge
wurden 400 Kilometer
Wanderwege markiert
und zum Teil neu
angelegt. So ist die
große
Jura-Durchquerung
(Grande Traversée du
Jura) nun auch zu
Fuß möglich. Bislang
war sie vor allem
Mountainbikern und
im Winter
Skilangläufern
vorbehalten.
Es gibt viele
liebliche Flüsse in
dieser Gegend:
Semouse, Allance,
Gugeotte, Lanterne,
Barquotte, Durgeon,
Colombine,
Dourgeonne, Rigotte
und Romaine.
Auvergne & Limousin
Westlich der
Rhône erheben sich
die vulkanischen
Höhen des
Zentralmassivs. Das
Gebiet der
historischen
Auvergne ist heute
in die Departements
Haute-Loire, Cantal,
Puy-de-Dôme und
Allier unterteilt.
Die weiter westlich
gelegene Region
Limousin gliedert
sich in die Gebiete
Haute-Vienne, Creuse
und Corrèze.
Die Auvergne ist
reich an Schlössern
und Kirchen - die
Allier- und
Loiretäler seien an
dieser Stelle
erwähnt. Der hiesige
Nationalpark ist ein
herrliches
Wandergebiet - Seen,
Flüsse,
Gebirgsformationen,
Wälder, Ebenen und
erloschene Vulkane
machen seinen Reiz
aus. Innerhalb
seiner Grenzen
liegen 10 Kurorte.
Die hoch gelegenen
Plateaus von
Combrailles, Forez
und Bourbonnais sind
wunderschön.
Clermont-Ferrand ist
das politische und
wirtschaftliche
Zentrum der gesamten
Region des Massif
Central. Viele
Gebäudefassaden, vor
allem in den älteren
Stadtteilen,
reflektieren das
charakteristische
schwarze
Vulkangestein der
Region. Es gibt eine
gotische Kathedrale
aus dem 13.
Jahrhundert, eine
romanische Basilika
aus dem 12.
Jahrhundert und
mehrere Museen zu
besichtigen.
Die regionale Küche
ist ausgezeichnet -
Cornet de Murat,
Pounti, Truffades
und der
St.-Nectaire-Käse
sind nur einige der
zahlreichen
Spezialitäten. Die
2000 Jahre alte
Provinzhauptstadt
von Limousin,
Limoges, ist ein
wichtiger Straßen-
und
Eisenbahnknotenpunkt.
Sie ist berühmt für
ihr feines
Porzellan. Die nahe
gelegene Stadt
Aubusson ist bereits
seit dem 8.
Jahrhundert für ihre
Wandteppiche
bekannt. Beide
Städte sind für ihre
Emaillearbeiten
berühmt.
Das Loiretal
Die geographische
Mitte Frankreichs
von Chartres bis
Châteauroux und von
Tours bis Bourges
umfasst die
Departements
Eure-et-Loir, Loiret,
Loir-et-Cher, Indre,
Indre-et-Loire und
Cher. Bezieht man
die westliche
Loire-Region mit
ein, müssen die
Departements
Loire-Atlantique,
Vendée,
Maine-et-Loire und
Mayenne hinzugezählt
werden. Vendée und
Loire-Atlantique
teilen sich einen
wunderschönen,
wilden Küstenstrich
mit der Bretagne.
Im westlichen
Loiregebiet liegt
der Badeort La Baule,
mit einem sehr
schönen Strand. La
Baule ist ein
liebenswertes Dorf
mit verwinkelten
kleinen Gassen,
ausgezeichneten
Hotels, Restaurants
und einem
Spielkasino.
Die historische
Stadt Le Mans, für
ihre Rennstrecke
bekannt, liegt auf
einem Hügel, der das
Westufer der Sarthe
überblickt. Das
Chorgestühl in der
Kathedrale des
Saint-Julian ist aus
dem 12. Jahrhundert
und eines der
bekanntesten
Frankreichs. Die
Buntglasfenster aus
dem 13. und 14.
Jahrhundert sind
beeindruckend.
Die
Touristenattraktion
Nummer eins im
Loiretal liegt im
Zentrum der
Loire-Region. Die
berühmten Schlösser
dieser Region stehen
in der Besuchergunst
ganz oben. Die Loire
ist der längste
Fluss Frankreichs
und gilt als
»launenhaft«. Es
kommt vor, dass sie
in ihrem sandigen
Flussbett nur sehr
wenig Wasser führt
und als bloßes
Rinnsal dahinfließt.
Der Cher fließt
ruhig und gemächlich
durch grüne Wiesen
und Wälder mit
riesigen alten
Bäumen. Das Schloss
von Chenonceaux war
ursprünglich eine
Wassermühle und
wurde erst später in
eines der schönsten
französischen
Châteaus umgebaut.
Es steht
buchstäblich auf dem
Fluss: seine
Empfangssäle
erstrecken sich, auf
zierlichen Bögen
ruhend, von einem
Flussufer zum
anderen.
In den stillen
Wassern des Indre
spiegeln sich Lilien
und Trauerweiden.
Beim Bau des
Schlosses bei
Azay-le-Rideau
versuchte man, sich
die Effekte der
Wasserspiegelung
zunutze zu machen
und legte die
zahlreichen kleinen
Seen so an, dass sie
jeweils einen
anderen Teil des
Schlosses
widerspiegeln.
Wasser wird in
Kanälen vom Fluss in
die Seen und von den
Seen zurück zum
Fluss geleitet, die
ihrerseits ebenfalls
durch Kanäle
verbunden sind. Die
Wassergärten und die
sich im Wasser
spiegelnden
kunstvollen Fassaden
des Schlosses lassen
das eher triste
Innere des Châteaus
vergessen.
Die Vienne ist ein
breiter Strom; er
gleitet würdevoll
unter den
verwitterten Mauern
des alten Chinon
dahin. Das
architektonisch
bemerkenswerte
Château von Blois
steht im Zentrum
einer alten
Ortschaft gleichen
Namens und blickt
auf die eng
beieinander
stehenden Häuser aus
verwittertem Stein
zu seinen Füßen.
Chambord, einige
Kilometer südlich
der Loire gelegen,
ist das bedeutendste
der großen Châteaus.
Es steht inmitten
einer großen
Grünfläche am
Waldrand und ist von
einem Schlossgraben
umgeben. Das
Hauptgebäude
zeichnet sich durch
seine majestätische
Symmetrie aus. Die
exzentrische
Wendeltreppe wird
Leonardo da Vinci
zugeschrieben.
Da die Sommer im
Loiretal sehr heiß
sind und überdies
die meisten
Touristen in dieser
Zeit in die Gegend
kommen, empfiehlt es
sich, etwas früher
anzureisen.
Insbesondere in den
Monaten Mai und Juni
ist es im Loiretal
am schönsten. Neben
den Châteaus gibt es
viele andere
interessante
Sehenswürdigkeiten
im Loiretal und in
den angrenzenden
Gebieten. Die
wundervollen
Kathedralen von
Chartres und Tours
aus dem 13.
Jahrhundert sind
ebenso sehenswert
wie Klöster,
Herrenhäuser und die
vielen bezaubernden
Ortschaften, die an
den Flussufern
liegen.
Nantes, an der Küste
von Loire-Atlantique
gelegen, ist ein
lebendiges
Industrie- und
Handelszentrum. In
der
mittelalterlichen
Burg ist heute das
Musée d'Art
Populaire
untergebracht. Eine
Kathedrale aus dem
15. Jahrhundert und
ein Flottenmuseum
gibt es ebenfalls zu
besichtigen.
Flussaufwärts liegt
die Stadt Angers,
hier finden Besucher
einige schöne
Wandteppiche. In der
Burg hängt die
»Johannes-Offenbarung«
(14. Jh.) und im
Hôpital St. Jean
Jean Lucrats »Chant
du Monde« (20. Jh.).
Das Hôpital selbst
ist ein sehr schönes
Gebäude und allein
schon sehenswert.
Mehrere Museen und
Kunstgalerien, die
wundervolle Festung
und die Kathedrale
machen die Stadt zu
einem beliebten
Ausflugsziel.
Orléans hat eine
schöne Kathedrale,
ein Musée des Beaux
Arts und ein
zauberhaftes Rathaus
aus dem 16.
Jahrhundert. Das im
15. Jahrhundert
gegründete Bourges
mit seinen
Herrenhäusern,
Museen und der
Kathedrale St.
Etienne hat seinen
alten Stadtkern
bewahrt. Die hübsche
Kleinstadt Loches
südöstlich von Tours
hat ein schönes
Schloss. Ein
Spaziergang durch
das
mittelalterliche,
von alten
Stadtmauern umgebene
Viertel der Stadt
lohnt sich.
Die eigentliche
französische Küche
entwickelte sich im
Herzen der Touraine
- ideale
Voraussetzungen
hierfür waren die
guten Weinberge, der
Fischreichtum der
Loire und ihrer
Nebenflüsse,
reichlich Butter und
Käse, Obst, Gemüse
und wildreiche
Wälder. Die Weine
der Loire haben
einen klaren,
erfrischenden
Geschmack - man
trinkt sie zu
leichten
Zwischenmahlzeiten
und als Aperitif.
Aquitanien und
Poitou-Charentes
Dieses von der
Sonne verwöhnte
Gebiet im Südwesten
mit seiner frischen
atlantischen Seeluft
umfasst die
Departements
Deux-Sèvres, Vienne,
Charente-Maritime,
Charente, Gironde,
Dordogne,
Lot-et-Garonne,
Landes und
schließlich die an
der Grenze zu
Spanien gelegene
Region
Pyrénées-Atlantiques.
An der Küste laden
Strände auf einer
Länge von insgesamt
270 km zum Baden
ein. Der etwa 30 km
lange Küstenstreifen
zwischen Hossegor
und Hendaye im
französischen
Baskenland ist eines
der besten Gebiete
in Europa für
Wellenreiter.
Die nördlich von
Bordeaux gelegene
Guyenne-Region wird
manchmal
»Westzentrum«
genannt als ob es
sich um ein
einheitliches
homogenes Gebiet
handelte. Die
Vielfalt der
Landschaft ist groß
und in Bezug auf die
Bevölkerung kann man
von einem wahren
Völkergemisch
sprechen. Kelten,
Iberer, Holländer
und Angelsachsen, um
nur einige zu
nennen, fanden hier
eine Heimat. Die
sprachliche Grenze
zwischen der Langue
d'oie und der Langue
d'oc verläuft
zwischen Poitiers
(der früheren
Hauptstadt des
Herzogtums
Aquitanien) und
Limoges. Der heute
in dieser Gegend
gesprochene Dialekt
hat seine Wurzeln in
beiden Langues.
Biarritz und Bayonne
sind Urlaubsorte an
der
aquitanisch-baskischen
Küste nahe der
spanischen Grenze.
Schon seit dem 19.
Jahrhundert, als
Biarritz bei der
europäischen
Aristokratie »en
vogue« war, ist die
Stadt als
weltoffener
Badekurort bekannt.
Es gibt einige
windgeschützte
Strände und ein
Spielkasino. Weiter
im Landesinneren,
einige Kilometer von
Biarritz entfernt,
liegt Bayonne, eine
typisch baskische
Stadt. Eine
Kathedrale aus dem
13. Jahrhundert und
zwei Museen - eines
davon ist der
baskischen Kultur
gewidmet - machen
die
Hauptsehenswürdigkeiten
aus.
Bordeaux liegt an
der Garonne, etwas
oberhalb des
Dordogne-Zuflusses.
Das Gironde-Delta an
der Mündung der
beiden Flüsse bildet
einen natürlichen,
geschützten
Binnenhafen, der von
Weinbergen umgeben
ist so weit das Auge
reicht. Als
wohlhabende Stadt
und bekannt für ihre
großen Weine ist
Bordeaux eine der
gastronomischen
Hochburgen
Frankreichs. Von der
Brücke, die mit
ihren 17 Bögen das
Hafenpanorama
bestimmt, hat man
eine wundervolle
Aussicht auf die
Stadt. Die
flächenmäßig
zweitgrößte Stadt
Frankreichs wurde
von Victor Hugo
folgendermaßen
beschrieben: »Nimm
Versailles, denk Dir
Antwerpen dazu, und
Du hast Bordeaux«.
Die herrliche
geographische Lage
und die
unübertrefflichen
Weinberge der Stadt
strafen Hugos
Vereinfachung Lügen.
Bordeaux ist das
Wirtschafts- und
Kulturzentrum des
gesamten Südwestens.
Landeinwärts liegt
Landes, ein
Marschland auf dem
Krüppelkiefern
wachsen. Die
Schafhirten bewegen
sich auf Stelzen in
den Marschen fort.
Ein zwischen den
Flüssen Adour und
Garonne gelegenes
Hügelland bildet das
Binnenland der
Gascogne, das
zunächst unter dem
Namen Aquitania
Propia, in späteren
Zeiten als Novem
Populania bekannt
war. Die Vasconen
oder Basken leben
schon seit
vorgeschichtlicher
Zeit in dieser
Gegend und südlich
der Pyrenäen. Im
Süden hat die
baskische Sprache
bis heute überlebt,
der nördliche Teil
der Region wurde
Vasconia und später
Gascogne genannt.
Cyrano de Bergerac,
d'Artagnan aus
Dumas' Roman »Die
drei Musketiere« und
Heinrich IV. haben
die Gascogne in der
französischen
Literatur verewigt.
Im Zentrum der
Gascogne liegt die
alte Grafschaft
Armagnac, der die
Welt die
ausgezeichneten
Branntweine gleichen
Namens verdankt. Der
unterschiedliche
Geschmack ist auf
verschiedene
Faktoren
zurückzuführen: auf
die verwendete
Rebsorte, den Boden,
das Klima, die
Destillationsmethode
und das Holz der
Fässer, in denen der
Reifungsprozess
stattfindet. In der
Dordogne (wie auch
im benachbarten Lot)
hat der
Cromagnon-Mensch,
der in
vorgeschichtlicher
Zeit lebte, seine
Spuren hinterlassen.
Die Dordogne, die
eine starke Strömung
hat, ist einer der
schönsten Flüsse
Frankreichs. An
ihren Ufern stehen
alte Burgen und noch
heute von Mauern
umgebene Städte. In
Montignac kann man
eine maßstabsgetreue
Reproduktion der
einzigartigen
Höhlenmalereien von
Lascaux bewundern,
das einige Kilometer
entfernt liegt. Die
Höhlen selbst
mussten für Besucher
gesperrt werden, da
die Luftfeuchtigkeit
zu hoch war und die
zusätzliche
Belastung durch
Zehntausende von
Besuchern die 16.000
Jahre alten
Meisterwerke zu
zerstören drohte.
Ein sehr
interessantes Museum
und ein Zoo mit
vorgeschichtlichen
Artefakten und
Tieren wurde in le
Thot eröffnet,
wenige Kilometer von
Agen entfernt.
Herrliche Wälder und
eine attraktive
Küste mit
Austernbänken machen
Poitou-Charentes zu
einem interessanten
Urlaubsgebiet.
Charente-Maritime
ist als »Jade-Küste«
bekannt. La Rochelle
liegt im Norden
dieser Gegend, Royan
im Süden ist ein
moderner Ferienort
mit einem 12 km
langen Sandstrand.
Das Zentrum des
Departements von
Charente ist eine
Kleinstadt, deren
Name auf der ganzen
Welt bekannt ist.
Sie ist von
Weinbergen umgeben
und in eine sanfte
Hügellandschaft
eingebettet. In
diesem 60.000 ha
großen Gebiet wird
der einzige
Weinbrand
produziert, der den
Namen Cognac tragen
darf. Der Name ist
gesetzlich geschützt
und nur Branntwein,
der aus den sieben
offiziell
anerkannten,
regional angebauten
Traubensorten
hergestellt wurde,
darf sich Cognac
nennen. Das nahe
gelegene Château
Valois war der
Geburtsort von König
Franz I.
Der alte Hafen von
La Rochelle,
Ausgangspunkt vieler
Entdeckungsreisen in
die »Neue Welt«, ist
heute ein beliebter
Urlaubsort und
Segelhafen. Vor der
Küste liegen die
beiden durch Brücken
mit dem Festland
verbundenen Inseln
Oléron und Ré.
Languedoc -
Roussillon
Die Gebiete
Languedoc und
Roussillon umfassen
die fünf
Departements Aude,
Gard, Hérault,
Lozère und
Pyrénées-Orientales.
Die Region gehört
seit dem 13.
Jahrhundert zu
Frankreich. Der Name
Languedoc kommt von
Langue d'oc, d. h.
Sprache, in der das
Wort für »ja« oc ist
(im Gegensatz zu
Langue d'oi:
Sprache, in der oui
»ja« bedeutet).
Diese alte Sprache
wird noch heute im
Süden Frankreichs
gesprochen.
An der
Mittelmeerküste
zwischen Perpignan
(der alten
Hauptstadt des
Königreiches
Mallorca) und
Montpellier liegt
heute eines der
größten
Ferienzentren
Europas mit modernen
Hotelkomplexen, das
unter anderem die
Urlaubsorte von La
Grande Motte, Port
Leucate und Port
Bacarès umfasst.
In der Region
Languedoc-Roussillon
wird mehr Wein
produziert als
irgendwo sonst in
der Welt. Die
Weinberge beginnen
in der Umgebung von
Narbonne und ziehen
sich von Béziers
(dem Zentrum des
Weinhandels der
Region) bis nach
Montpellier hin. Es
wird Rot-, Weiß- und
Roséwein gekeltert.
Der Hafen von
Montpellier spielte
früher eine wichtige
Rolle im
internationalen
Gewürzhandel. Die
Universitätsstadt
mit ihren fünf
ausgezeichneten
Museen und
eindrucksvoller
Architektur aus dem
17. und 18.
Jahrhundert ist
Zentrum des
geistigen und
intellektuellen
Lebens dieser
sonnenreichen
Region. Die
römischen und
gallischen Ruinen
sind sehenswert. Das
Maison Carré, der
Tempel der Diana und
die römische Arena
in Nîmes, dem Rom
Galliens, gehören zu
den herausragendsten
Beispielen
griechisch-römischer
Baukunst. Eines der
größten
architektonischen
Meisterwerke ist die
2000 Jahre alte Pont
de Gard.
Aigues-Mortes hat
sich sein
mittelalterliches
Stadtbild bewahrt
und St. Louis mit
seinen Kreuzrittern,
die von hier aus gen
Osten aufbrachen,
würden sich auch
heute noch ohne
Schwierigkeiten
zurechtfinden.
Carcassonne, das von
einer mit Zinnen
versehenen
Stadtmauer
umschlossen ist, und
die Türme von Uzès
sind äußerst
interessant.
Der Canal du Midi
verbindet den
Atlantik mit dem
Mittelmeer. Auf
diesem ruhigen
Wasserweg, auf dem
es kaum noch
gewerblichen
Schiffsverkehr gibt,
können Besucher
gemächlich auf
Motorbooten
entlangtuckern. Er
führt durch das
verschlafene Dorf
Castelnaudary, das
für sein Cassoulet
bekannt ist, vorbei
an der Zitadelle von
Carcassonne nach
Montpellier.
Rhône, Savoyen und
Dauphiné
Diese Region
umfasst die Alpen
und ihre Ausläufer
sowie die Flusstäler
der Rhône und der
Saône. Sie gliedert
sich in die
Departements Loire,
Rhône, Ain, Ardèche,
Drôme, Isère, Savoie
und Haute-Savoie.
Das im Rhônetal
gelegene Lyon hat
eine stolze
gastronomische
Tradition. Sie ist
eine bedeutende
Kultur-, Kunst-,
Finanz- und
Industriemetropole
und
Veranstaltungsort
internationaler
Festspiele und
Handelsmessen. Die
Kathedrale von St.
Jean, das Musée de
la Civilisation
Gallo-Romaine und
die Reste der
römischen Stadt sind
sehenswert.
Die französischen
Alpen erstrecken
sich in Savoyen und
Dauphiné entlang der
italienischen
Grenze. Nach seiner
Flucht aus Elba kam
Napoleon 1815 auf
diesem Weg auf das
französische
Festland zurück. Er
beabsichtigte nach
seiner Landung in
der Nähe von Cannes
mit seinen 100 Mann
die Küste entlang
nach Marseille und
von dort das
Rhônetal hinauf zu
marschieren. Nachdem
bekannt wurde, dass
die dortige
Bevölkerung ihm
feindlich gesonnen
sei, war er
gezwungen, über die
Berge ins
Landesinnere
vorzustoßen. Er
erreichte Gap (150
km von der Küste
entfernt) in vier
Tagen, Grenoble ein
paar Tage später und
kam nach 20 Tagen
mit einer großen,
ihm ergebenen Armee
in Paris an (1152 km
von Cannes
entfernt). Heute
kann man auf den
Spuren Napoleons
wandern - jeder
Rastplatz ist
markiert.
Die Alpen haben den
französischen
Ingenieuren viel
Kopfzerbrechen
bereitet und einige
Straßen und Bahnen
sind bereits eine
Touristenattraktion
für sich.
Hervorragende
Beispiele sind die 9
km lange, von
Dampflokomotiven
befahrene Strecke
von La Rochette nach
Ponchara (etwa 40 km
von Grenoble
entfernt) und die 32
km lange Strecke
(1903
elektrifiziert) von
Saint-Georges-de-Commiers
nach Mira (auch in
der Umgebung von
Grenoble) mit ihren
133 Kurven, 18
Tunneln und 12
Brücken.
Wie in den meisten
Gebirgsregionen der
Welt kann man in
vielen der
Gebirgsflüsse
Wildwasserkanu
fahren (Randonnées
nautiques).
Bergwandern ist eine
beliebte
Freizeitbeschäftigung,
die GR-Karten (GR
steht für Grandes
randonnés oder
Hauptwege) zeigen
den Verlauf der
offiziell markierten
Wege an.
In den von den Alpen
zur Rhône
herunterschießenden
Flüssen gibt es jede
Menge Forellen. Die
Fédération des
Associations Agréés
de Pêche et de
Pisciculture de la
Drôme in Valence
zeigt interessierten
Anglern die besten
Fischgründe
(Hauptbüro in
Valence, Filialen in
36 Städten).
Skilaufen ist die
Hauptsportart in den
französischen Alpen.
Die besten Pisten
liegen westlich von
Grenoble und südlich
des Genfer Sees. In
einigen Orten kann
man ganzjährig Ski
laufen, die meisten
haben eine
Sommersaison, in der
die Besucher sich
auf Golfplätzen,
Tennisplätzen, in
Freibädern und
Badeseen vergnügen
können.
Die am Lac d'Annecy
gelegene
wunderschöne Stadt
Annecy hat ein
interessantes
Glockenmuseum.
Midi - Pyrénées
Die Region
Midi-Pyrénées liegt
zwischen Aquitanien
im Westen und
Languedoc-Roussillon
im Osten. Sie
umfasst einen Teil
des Causse, des
Hochplateaus, und
den größten Teil der
Gascogne. Sie
besteht aus den
Departements Lot,
Aveyron,
Tarn-et-Garonne,
Tarn, Gers,
Haut-Garonne, Ariège
und Hautes-Pyrénées.
Hochebenen,
Sandböden, Moore,
Kiefernwälder,
einsame Plateaus und
enge waldreiche
Täler sind für diese
Gegend
charakteristisch.
Die nordöstliche
Region Rouergue ist
ein rauhes,
gebirgiges Land. Sie
liegt an der Grenze
zu Aquitanien, die
von dem Plateau von
Causse gebildet
wird. Auf dem
Kalkboden des
Plateaus wachsen
wilder Thymian und
Wacholder. Wildbret
und Wildgeflügel aus
dieser Gegend haben
einen ganz eigenen
Geschmack.
Die
Provinzhauptstadt
Rodez ist von herber
Schönheit. Die
Spitze ihres roten
Turms, einem der
Meisterwerke der
französischen Gotik,
überragt mit ihren
Zinnen die engen
Straßen und kleinen
Plätze. Von hier aus
hat man einen
schönen Blick auf
die Plateaus
jenseits des Flusses
Aveyron, eine
majestätische, karge
Landschaft mit
Felsvorsprüngen und
steilen Schluchten.
In Südosten liegt
Millau, das Tor zu
den Tarn-Schluchten.
In Südosten liegt
Millau, das Tor zu
den Tarn-Schluchten.
In der Nähe von
Millau überspannt
das Viaduc de Millau,
die höchste und
längste
Schrägseilbrücke der
Welt, das Tal des
Tarn. Aus Roquefort
weiter im Süden
kommt der berühmte
Schimmelkäse, der in
Höhlen gelagert
wird, durch die der
Wind pfeift. Die
feuchten kalten
Winde sind das
Geheimnis des »Käses
der Könige und
Königs der Käse«.
Auch war einst die
Metropole der
römischen Provinz
Novem Populania,
eine der wichtigsten
Städte in Gallien
und ein bedeutender
Rivale Burdigalas
(des heutigen
Bordeaux). Die
Kathedrale hat zwei
schöne Türme, ein
aus Eiche
geschnitztes
Chorgestühl und ein
Buntglasfenster aus
dem 16. Jahrhundert.
Die Einwohner Auchs
errichteten dem von
Alexandre Dumas
unsterblich
gemachten Musketier
Le Vrai d'Artagnan
(»dem wahren
d'Artagnan«) ein
Denkmal.
Cahors, das auf
einer von dem Fluss
Lot gebildeten
Halbinsel liegt, ist
für seine Brücke,
mit deren Bau 1308
begonnen wurde,
bekannt. Die Pont
Valentre mit ihren
sechs spitz
zulaufenden Bögen
und drei Wehrtürmen
ist eine der
schönsten noch
erhaltenen
befestigten Brücken
Europas. Eine
Legende erzählt von
unzähligen Problemen
während der
Bauarbeiten, die
nach 50 Jahren noch
immer nicht
abgeschlossen waren.
Erst als einer der
Architekten einen
Pakt mit dem Teufel
schloss, konnte die
Brücke ohne weitere
Schwierigkeiten
fertig gestellt
werden. Eine kleine
Teufelsfigur ist
auch heute noch am
mittleren Turm zu
sehen. Ein guter,
sehr dunkler Rotwein
trägt den Namen
Cahors.
Toulouse ist eine
der geschäftigsten
Städte Frankreichs,
Umschlagplatz der
Agrarprodukte der
Region, eine
bedeutende
Universitätsstadt
und Sitz eines
Luftfahrt-Forschungszentrums.
Nachdem die
Steinbrüche der
Gegend schon während
des Mittelalters
erschöpft wurden,
verwendete man
sanftrote
Ziegelsteine zum
Häuserbau, die der
Stadt den Beinamen
Ville rose gaben.
Viele der
öffentlichen Gebäude
und Privathäuser
beeindrucken durch
ihre Schönheit, wie
das im
Renaissance-Stil
erbaute Hotel
d'Assezat und das
als Capitole
bekannte Rathaus.
Die erste westlich
der Rhône erbaute
gotische Kirche, die
Jakobinerkirche,
steht in Toulouse.
Der Heilige Dominik
selbst gründete das
erste
Dominikanerkloster
in der Stadt. Die
Region war ein
wichtiger Teil des
Römischen Reiches
und 800 Jahre lang
unter maurischem
Einfluss. Es
überrascht daher
nicht, dass die
regionale Küche
Spuren sowohl
römischer als auch
arabischer Einflüsse
zeigt. Die lange
Toulouser Wurst,
deren Füllung von
Hand gehackt sein
muss, ist eine der
Hauptzutaten des
Cassoulet. Sie
schmeckt aber auch
ohne Beilagen
vorzüglich.
Die Häuser von Albi
sind ebenfalls aus
rotem Ziegelstein.
Die am Fluss Tarn
gelegene Stadt ist
kleiner als
Toulouse, aber
deshalb nicht
weniger interessant.
Die gleichfalls aus
Ziegelsteinen
erbaute Kirche ist
eine Besichtigung
wert. Die riesige,
aus rotem
Ziegelstein erbaute
Kathedrale Sainte
Cécile überragt alle
anderen Gebäude der
Stadt. Die imposante
Halle im Innern der
Kathedrale
beeindruckt mit
ihren wunderbaren
Rundbögen und
Statuen. Die
leuchtenden Farben
der herrlichen
Wandmalereien sind
noch heute
geheimnisumwittert,
ihre Zusammensetzung
wurde bisher noch
nicht festgestellt.
Im nahe gelegenen
vormals befestigten
Palast des
Erzbischofs aus dem
13. Jahrhundert ist
heute ein Museum
untergebracht, das
die größte Sammlung
von Arbeiten des
französischen Malers
Toulouse-Lautrec
enthält, der hier
geboren wurde.
Die Visionen der
Bernadette Soubirous
machten Lourdes zum
Wallfahrtsort. Seit
Mitte des 19.
Jahrhunderts pilgern
Kranke in der
Hoffnung auf eine
Wunderheilung in die
Stadt. Neben der
berühmten Grotte
kann man ein Schloss
und ein
interessantes Museum
besuchen.
Côte d'Azur
Die
Côte d'Azur, die
französische
Riviera, liegt im
Departement
Alpes-Maritimes. Sie
zieht sich von der
italienischen Grenze
an der Küste entlang
bis über Cannes
hinaus und reicht
mehr als 50 km
nördlich in das
Gebiet der Alpen
hinein.
An der französischen
Mittelmeerküste
werden im Juli und
August mehr
Feriengäste als in
irgendeinem anderen
Teil des Landes
gezählt.
Die bekanntesten
Badeorte der Region
sind zweifellos
Cannes und Nizza.
Die gesamte Gegend
gilt zu Recht als
eines der schönsten
Urlaubsgebiete der
Welt. Die
Kombination von
Palmen, blauem Meer,
wunderschönen
Stränden,
bezaubernden Städten
und Dörfern mit
eleganten Gebäuden
vor dem Hintergrund
der hohen Berge
begeistert Reisende
schon seit dem 18.
Jahrhundert.
Cannes wurde von dem
englischen Lord
Brougham im 19.
Jahrhundert als
Urlaubsort entdeckt
(er wollte
eigentlich nach
Nizza, dort war
jedoch die Cholera
ausgebrochen). Nizza
(Nice), die große
Küstenmetropole, ist
blühendes
Geschäftszentrum und
ganzjähriger
Urlaubsort zugleich.
Der jährliche
Karneval und
Rosenmontagsumzug
soll auf das Jahr
350 v. Chr.
zurückgehen. Weitere
Urlaubsorte an der
Küste sind: Napoule
Plage, klein,
exklusiv, mit
mehreren
Sandstränden, einem
Jachthafen und
hervorragender
Aussicht auf die
grünen Hügel des
Esterel-Massivs;
Golfe-Juan, ein
beliebter Ferienort
mit exklusiven
Villen und Hotels;
Juan-les-Pins mit
schönem Hafen,
Stränden und
Pinienwäldern auf
den umliegenden
Hügeln, die Schutz
vor dem Wind bieten;
Antibes und Cap
d'Antibes sind sehr
beliebt, aber teuer;
Villefranche-sur-Mer,
dessen Tiefseehafen
schon seit
Jahrhunderten von
Jachten, Segelbooten
und Flotten genutzt
wird; St.
Jean-Cap-Ferrat ist
exklusiv und teuer,
große Privatvillen
und in Strandnähe
gelegene
Familiensitze
bestimmen das Bild;
Beaulieu ist
ebenfalls ein
schöner Urlaubsort,
der jedoch weit
weniger exklusiv
ist; und Menton (in
der Nähe von Monaco)
ist ein ehemaliges
Fischerdorf und
Zitrusfrüchte-Anbaugebiet.
Es gibt
ausgezeichnete
Museen, historische
Stätten und
Baudenkmäler des
Altertums und der
Neuzeit, außerdem
Hügel, Berge, Seen,
Flüsse, Schluchten
und hochalpine
Pisten. Die Maeght
Foundation, in
Saint-Paul-de-Vence,
ist eines der besten
Museen der Welt. Die
Sammlungen der Werke
Picassos, Braques
und Légers sind in
eigenen Museen
untergebracht.
Südwestlich von
Cannes liegen: St.
Tropez - im Sommer
oft überlaufen,
schlecht zu
erreichen, aber
immer noch »in«;
Port Grimaud, einer
der ersten, im
traditionellen Stil
der hiesigen
Fischerdörfer eigens
errichteten
Urlaubsorte -
existiert
mittlerweile schon
so lange, dass er
beinahe authentisch
aussieht; St. Maxime
- schick und
überlaufen mit
schönen Stränden und
einem Hafen; Fréjus
und letzendlich St.
Raphael, das schon
zur Zeit der Römer
beliebt war und
heute ein
gutbürgerlicher
Ferienort ist.
Das herrliche Wetter
ist einer der
größten Pluspunkte
der Provence, die
sich aus den
Departements
Hautes-Alpes,
Alpes-de-Haute-Provence,
Var, Vaucluse und
Bouches-du-Rhône
zusammensetzt. Das
einzige unwirtliche
Element ist der
Mistral, ein kalter
stürmischer Wind,
der mitunter durch
das Rhônetal fegt
und mehrere Tage
lang anhält, jedoch
für einen strahlend
blauen Himmel sorgt.
Die vielfältige
Flora verleiht dem
Land seine
zinnfarbenen,
bronzenen, dunkel-
und hellgrünen
Farbtupfer. Die
Dachziegel werden
aus der tiefroten
Erde hergestellt und
selbst unter den
sengenden Strahlen
der Midi-Sonne
verblasst diese rote
Pracht nicht.
Architektur, Steine,
Dachziegel und die
majestätischen
Platanen der Straßen
und Plätze der
Städte fügen sich zu
einer harmonischen
Gesamtkomposition
zusammen, die das
Auge erfreut.
Griechen und Römer
hinterließen eine
Reihe bedeutender
historischer
Bauwerke - von
Stadtmauern
umgebene, auf Hügeln
gebaute Städte,
Triumphbögen,
Kolosseums,
Amphitheater,
Arenen, Brücken und
Aquädukte. Dem
Christentum verdankt
die Provence den
Papstpalast in
Avignon, unzählige
Kirchen und hunderte
kleiner Kapellen,
Wegkreuze oder
Oratorien stehen am
Wegesrand. Herrliche
Kunstwerke
christlichen
Ursprungs findet man
in der Provence
überall: von
Notre-Dame-des-Doms
in Avignon bis zu
Notre-Dame-du-Bourg
in Digne im Zentrum
der Voralpen. Die
Pilger bauten
wunderbare Kirchen
mit schön
geschwungenen
Halbrundbögen,
runden
Rosettenfenstern und
Christusstatuen.
Viele Städte und
Dörfer hatten
Trutzburgen und
Wachtürme als Schutz
vor einfallenden
Sarazenen, den
Korsaren der Rhône,
und anderen
plündernden Horden.
Hier entlang führte
die Invasionsroute -
von Norden durch das
Land und im Süden
vom Meer her.
Tarascon, Beaucaire,
Villeneuve, Gourdon,
Entrevaux, Sisteron
und viele andere
Ortschaften erbauten
ihre Türme und
Rückzugspunkte hoch
über dem Fluss oder
dem Meer.
Marseille wurde von
den Griechen
gegründet (sie
nannten es Massilia)
und von hier aus
kolonialisierten sie
das Rhônetal. Heute
ist Marseille
Frankreichs
bedeutendster
Handelshafen, der
Charakter der Stadt
ist von Industrie
und Handel geprägt.
Marseille ist
dennoch einen Besuch
wert. Der alte
Hafen, die auf einem
Hügel erbaute Kirche
Notre-Dame-de-la-Garde,
viele gute
Restaurants
(Meeresfrüchte
bestimmen die
Speisekarte),
mehrere Museen, Le
Corbusiers Unité
d'Habitation, das
Hospice de la
Vieille Charité und
natürlich das
Château d'If, eine
der berüchtigsten
Inselfestungen
Frankreichs, sind
interessante
Sehenswürdigkeiten.
Riesige
Ölraffinerien und
Depots stehen
überall in den dünn
besiedelten
Salzmarschen
nördlich und südlich
der Stadt. Fauna und
Flora haben sich
aber trotz der
Umweltprobleme noch
behaupten können. In
den Marschen leben
eine Reihe sehr
seltener Vogelarten,
wie Trappen und
Ziegenmelker, die im
übrigen Europa kaum
vorkommen.
Am anderen Ufer der
Rhône liegt die
marschige Camargue,
die seit langem für
Rinder- und
Pferdezucht,
Salzgewinnung durch
Verdunstung von
Meerwasser und
neuerdings auch für
Reisanbau bekannt
ist. Die
Rinderzüchter oder
Cowboys benutzen
Lanzen anstelle von
Lassos. Riesige
Schwärme
verschiedener
Wasservögel nisten
hier in einem
Vogelschutzgebiet,
darunter Flamingos
und schneeweiße
Reiher.
123 v. Chr.
errichtete der
Konsul Sextias
Calvinus ein Lager
neben den warmen
Quellen des unteren
Rhônetals und nannte
es Aquae Sextiae -
hier entstand das
heutige
Aix-en-Provence. Die
vielen Olivenbäume
der Provence liefern
die beliebten Oliven
und das feine
Olivenöl, einen
Hauptbestandteil der
hiesigen Küche.
Knoblauch, manchmal
auch »Trüffel der
Provence« genannt,
wird hier mehr als
in den anderen
Landesteilen
verwendet. Tomaten
sind eine weitere
Hauptzutat vieler
der leckeren
Gerichte der
Provence. Eine
Spezialität der
Camargue ist
Estouffade de boeuf.
Marseille ist
bekannt für Pieds et
paquet (»Füße und
Paket«),
Schafspansen gefüllt
mit gepökeltem
Schweinefleisch, der
über Nacht in
Weißwein mit
Zwiebeln, Kartoffeln
und Petersilie
gekocht wird. Tripes
à la Niçoise wird
ähnlich zubereitet,
hat aber doch einen
individuellen
Geschmack.
Vielleicht das
bekannteste und weit
verbreitetste
Gericht der Provence
ist Tomates
provençales, eine
himmlische
Zusammenstellung
hiesiger
Spezialitäten:
gefüllte Tomaten mit
Knoblauch und
Petersilie in
Olivenöl gebacken.
Zucchinis oder
Auberginen können
auf die gleiche
Weise zubereitet
werden. Das
berühmteste
Gemüse-Ragout der
Provence, das
Ratatouille mit
Paprikaschoten,
Zucchinis,
Auberginen und
Tomaten, wird
ebenfalls kräftig
mit Knoblauch
gewürzt und in
Olivenöl gekocht.
Mayonnaise mit
Knoblauch wird Aioli
genannt und dient
als Beilage zu
gekochtem Gemüse
und/oder Fisch.
Wachteln, Drosseln,
Forellen und
Flusskrebse wurden
vor nicht
allzulanger Zeit
noch sehr häufig
gegessen, aber die
Bestände sind jetzt
so reduziert, dass
diese Gerichte kaum
noch serviert
werden. Gigot
(Lammkeule) steht
dagegen häufig auf
der Speisekarte.
Die berühmte
Fischsuppe
Bouillabaisse ist
der Stolz der
provenzalischen
Küstenregion.
Ähnlich wie beim
Cassoulet des
Languedoc gibt es
unzählige
Variationen und
selbstverständlich
ist jede die »einzig
Wahre«. Die Zutaten
ändern sich kaum:
etwas mehr oder
weniger Safran, die
Zugabe oder das
Weglassen einer
bestimmten
Fischsorte geben dem
Gericht je nach
Lokalität eine
individuelle Note.
Provence
Angeblich hat
Cäsar die Weine der
Provence ausgewählt,
um sie seinen
Legionären bei ihrer
Rückkehr von der
Eroberung Galliens
anzubieten. Die
Weine waren sehr
bekannt und wurden
von Eleonore von
Provence, der Gattin
des Königs von
England, Heinrich
III. im Anschluss an
die Weine der
Gascogne gefördert.
Paris, Chartres,
Blois, Chambord,
Amboise, Chenonceaux,
Azay - le - Rideau,
Chinon, Tours,
Nizza, Antibes,
Cannes, Grasse,
Digne, Avignon, Les
Baux, Arles, Aix -
en, Provence, St.
Tropez, St. Raphael